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Brief iranischer Arbeiter des Autowerks „IranKhodro“ zum ILO
Eine Gruppe der Arbeiterinnen des "Iran Khodro" Autowerks haben ihre Stimme zum Protest gegen die Anwesendheit von Hassan Sadeghi und Parviz Ahmadi Panjaki als Arbeitervertreter beim ILO in der jährlichen Konferenz (14. Juni 2005) erhoben.
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Wir erkennen die Delegation im Iran als unsere Vertreter nicht weil jegliche Art einer Gewerkschaft verboten ist. Die Konferenzteilnehmer sind Mitglieder des „Arbeiterhauses“, das vom Staat geschaffen wurde. Die Schaffung irgendwelcher freien Arbeiterorganisationen einschließlich Arbeiterräte und Gewerkschaften, die nicht zur Regierung gehören, sind vom Arbeitsministerium verboten worden. Jeder, der Schritte dieser Sache gegenüber macht, wird des Störens des Friedens in der Gesellschaft und der Arbeitgeber bezichtigt und wird entweder verhaftet oder von der Arbeit entlassen.
Wir, iranische Arbeiterinnen, protestieren gegen diese Delegation und die Entfernung des Irans aus der „Internationalen Arbeiterorganisationsliste“ der Länder, die Arbeiterrechte unbeachtet lassen.
Sehr geehrte Damen und Herren,
am 7. Juni 2005 stellten wir, iranische Arbeiter, die Gründe dafür in einem Brief an den Vorsitzenden der ILO Juan Somavia dar und lieferten Dokumente [, um unsere Position zu unterstützen]. Aber leider hat der Vorsitzende die Arbeiter in der Folge der EU zur Aufnahme des Irans in die World Trade Organisation und des grünen Lichts, das von den Vereinigten Staaten nach Iran gezeigt wurde nicht unterstützt und verachtete gleichzeitig die iranischen Arbeiter. Sie begrüßten die Delegation nicht nur, sondern nahmen Iran auch von der Liste der Länder, die gegen die Arbeiterrechte verstoßen und erklärten, dass Iran seine Arbeiter nach dem ILO Standard und das Abkommen behandelt.
Sehr geehrte Anwesende der Konferenz,
zum Zeichen Ihrer Aufmerksamkeit zu unserem Brief vom 7. Juni 2005 an den Vorsitzenden der ILO, fragen wir Sie, ob der ILO Standard und das Abkommen eingehalten werden.
Welcher Artikel des ILO Abkommens schließt das Verbieten irgendeiner Art von Arbeiterorganisation ein?
Dies sollten Sie vielleicht die iranische Regierung fragen.
Hat das Iran Khodro Autowerk eine Arbeiterorganisation?
Sie können fragen, warum das Iran Khodro Autowerk mit über dreißigtausend Arbeitern keine Arbeiterorganisation jeglicher Art hat.
Warum gibt das Arbeitsministerium den islamischen Arbeiterräten der Regierung die Erlaubnis eine Arbeiterorganisation im Iran Khodro Autowerk zu schaffen, aber erlaubt den Arbeitern selbst nicht eine Arbeiterorganisation herzustellen?
25 Jahre lang hatten wir Arbeiter dieses Autowerks keine Arbeiterorganisation. Die Arbeitgeber bereiten den Arbeitern mit der Hilfe des Arbeitsministeriums am Tag der Wahl der Arbeitervertreter Hindernisse (dies können sogar die Beamten des „Arbeiterhauses“ bezeugen).
Die Schaffung und Mitgliedschaft in jeder Art einer Arbeiterorganisation im Iran ist verboten und wird als kriminelles Verbrechen betrachtet.
Dadurch, dass wir keine Arbeiterorganisation und somit keine Arbeitervertreter haben, wird der Wahltag dieser durch verschiedene Mittel abgesagt. Wir bitten Sie Anwesende die Delegation als Arbeitervertreter nicht anzunehmen.
Sehr geehrte Anwesende,
eine freie Arbeiterorganisation oder Gewerkschaft zu haben ist unser gutes Recht. Wir würden gerne jegliche Art einer Arbeiterorganisation unserer Wahl haben. Wir Arbeiter handeln dem ILO Abkommen entsprechend, aber die iranische Regierung gewährt uns unser Recht nicht.
Das Abhalten einer Arbeiterversammlung ohne die Erlaubnis des Arbeitsministeriums ist verboten. Jeder, der gegen dieses Verbot handelt, wird entlassen. Das Arbeitsministerium im Iran erkennt nur staatlich geschaffene Arbeiterorganisationen an. Wir Arbeiter möchten nicht an staatlichen Organisationen teilnehmen oder an Organisationen, in denen das Hauptmitglied der Arbeitgeber ist.
Wir appellieren an Sie, die Satzung der islamischen Arbeiterräte, die von der iranischen Regierung geschrieben wurde, zu lesen. Das Arbeitsministerium ist verpflichtet die Artikel dieser Satzung durchzuführen.
Das Arbeitsministerium des Irans nimmt das ILO Abkommen nicht an, also sollte diese Regierung ebenso nicht Mitglied der ILO sein.
Wir iranische Arbeiter haben keine Berufssicherheit! In Berufen, die andauern sollten, arbeiten wir auf einer vorläufigen und täglichen Lohnbasis.
Sie zwingen die Arbeiter, einen leeren Vertrag zu unterschreiben, damit der Arbeitgeber uns hinauswerfen kann, wann er möchte.
Die Arbeiter erhalten dadurch keine Sozialversicherung oder Arbeitslosenhilfe. Wir haben kein Recht auf Streik, Protest oder das Recht eine Arbeitertagfeier (1.Mai) frei abzuhalten. Jeder, der dies versucht, wird verhaftet.
In welchem Artikel des ILO Abkommens wird das Teilnehmen an der Arbeitertagfeier als Verbrechen betrachtet?
Uns werden Löhne unter der Armutsgrenze gezahlt. Um durch unser tägliches Leben zu kommen, müssen wir 11 Stunden am Tag arbeiten. Zwei von unseren Arbeitern, Peyman Razavi und Omid Oladi, starben unter dem großen Arbeitsdruck und der Überarbeitung.
Wir müssen freitags [welches das muslimische Gegenstück von Sonntag ist] arbeiten gehen und wenn wir protestieren, werden wir unter Beschuldigung den Produktionsablauf gestört zu haben verhaftet und werden entlassen.
Parviz Salarvand wurde verhaftet und wurde aufgrund dieser Beschuldigung entlassen. Als die ganze Welt deswegen protestierte, befreiten sie ihn, aber die Firma verkündete die Zustände für seine Rückkehr in einer Fernsehsendung. Die unmenschliche Tat einen Arbeiter zu zwingen, ein Geständnis ohne die Gegenwart eines Anwalts zu machen und ihn zu zwingen, ein Verbrechen einzugestehen, welches er nicht begangen hat.
Welches internationale Abkommen besagt, dass die Arbeiter ohne Sicherheitsmaßnahmen arbeiten müssen?
Viele Arbeiter, einschließlich Fereydoon Golestani, Sadegh Khanmiri, Behrooz Amini und Habibollah Kazemi, sind dadurch bei der Arbeit ums Leben gekommen.
Sehr geehrte Damen und Herren, Anwesende dieser Konferenz,
Verachten die besagten Fälle die Arbeiterrechte nicht? Statt den Iran zu verpflichten diese Fälle richtig zustellen, nehmen Sie Iran von der Liste der Länder, die die Arbeiterrechte unbeachtet lassen. Stattdessen erklärt der ILO, dass Iran den internationalen Arbeiterstandard einhält.
Wir Iranische Arbeiter verdammen diesen Schritt des internationalen Arbeitsministeriums und wir bitten Sie, Anwesende der Konferenz, die Mitgliedschaft des iranischen Arbeitsministeriums aufgrund der Nichteinhaltung des Arbeiterstandards, des Nichtdurchführens des ILO Abkommens und der Vermeidung, den Arbeitern ihre Rechte zu geben, aufzuheben.
Eine Gruppe der Arbeiter des IranKhodro Autowerks
10. Juni 2005